Bauchtanz in Musikproduktionen
In dem Videoclip zu dem Song von Madonna Frozen hat die amerikanische Sängerin nicht nur die typischen Hennamalereien an den Händen, ihre Hand- und Armbewegungen zeigen deutlich orientalische Züge (resp. des Tribal Style Dance).
Im Videoclip zum Song I'm a Slave 4 U zeigt Britney Spears typische Bauchtanzbewegungen.
Die amerikanische Sängerin Beyonce zeigt typische Bauchtanzbewegungen in ihrem Videoclip Baby Boy.
In dem Lied des amerikanischen Rappers Eminem Ass Like That beginnt die erste Strophe mit dem Text: „The way she moves, she's like a belly dancer“. Auch ist die Musik zu diesem Lied deutlich orientalisiert.
Das Lied Bananza des amerikanischen Sängers Akon enthält folgende Textpassage: „Don't be shy girl, go bananza. Shake your body like a belly dancer.“
Die bekannteste Sängerin, die Bauchtanzbewegungen zeigt und auch arabische Musik in ihren Produktionen verwendet, ist die kolumbianische Sängerin Shakira. Sie zeigte zur MTV Video Music Awards Verleihung 2006 in New York ihren Song Hips Don't Lie, der in Zusammenarbeit mit Wyclef Jean entstand. Ihre halb-libanesische Abstammung zeigt sich sehr stark in ihrem Tanz und auch in ihren Choreografien.
2002 beschloss Cher im Alter von 56 Jahren, ihre Tourneen mit einer letzten Farewell Tour zu beenden. Sie endete am 30. April 2005 nach 325 Shows auf der ganzer Welt (5,880 Millionen Besucher) mit einer Rekordeinnahme von rund 400 Millionen US-Dollar (323 Millionen Euro). Während des Konzertes verkleidete sich Cher auch als Orientalin und ritt auf einem Kunst-Elefanten auf die Bühne.
Christina Aguilera zeigte sich in einem Werbespot für einen großen amerikanischen Getränkehersteller als Bauchtänzerin und auch als indische Tänzerin. Bereits mit ihrem 1999 erschienenen Hit Genie In A Bottle, nimmt sie Bezug auf die Fernsehserie Bezaubernde Jeannie (im Original: „I dream of Jeannie“), in der ein orientalischer Flaschengeist mit magischen Fähigkeiten die Hauptrolle spielt, und zeigt im dazugehörigen Videoclip eindeutig orientalische Tanzbewegungen.
Bauchtanz in Filmproduktionen
Die Auflistung dieser Filme stellt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und soll nur einen kleinen Überblick über die vielen Filme geben, die Bauchtanz zeigen, oft sogar berühmt wurden durch den Auftritt einer bekannten Schauspielerin in einer orientalischen Tanzszene, oder gerade wegen dieser Auftritte. Obwohl Bauchtanz in den Filmen an sich kaum wahrgenommen wird, spielt er eine wichtige Rolle für die Handlung (z. B. Wild Wild West), dient der Intensivierung des Gefühls, der Orient sei eine andere Welt, soll den Zuschauer (und den Akteur im Film) sprichwörtlich verführen oder wird spielerisch, komödiantisch eingebaut. Die Filme, die sich mit orientalischen Themen und Motiven beschäftigen, beginnen sehr früh in der Zeit des Kinos (1917 - Cleopatra) und werden mit der neuesten Produktion von Cleopatra (2006) noch lange nicht aufhören.
1917: Cleopatra, u. a. mit Theda Bara, die im Film selbst „orientalisiert“ tanzt.
1932: Mata Hari, u. a. mit Greta Garbo, die als Mata Hari in diesem Film ebenfalls orientalisch tanzt.
1934: Cleopatra, u. a. mit Claudette Colbert als Cleopatra, die auch selbst tanzt.
1938: Der Tiger von Eschnapur/Das indischen Grabmal, u. a. mit Theo Lingen und La Jana. La Jana tanzt in beiden Filmen "orientalisiert" als indische Tänzerin Indira.
1949: Bagdad, u. a. mit Maureen O'Hara, die einen orientalischen Tanz zeigt.
1953: Salome, hier tanzt Rita Hayworth selbst.
1954: Der Talisman, u. a. mit Rex Harrison, hier zeigt die türkische Tänzerin Nejla Ates einen Bauchtanz als "dunkelhäutige Tänzerin".
1954: Tal der Könige, u. a. mit Robert Taylor. Hier tanzt die berühmte ägyptische Tänzerin Samia Gamal.
1959: Der Tiger von Eschnapur/Das indischen Grabmal, u. a. mit Debra Paget als indischer Tempeltänzerin.
1962: Stärker als alle Vernunft, u. a. mit Jack Lemmon. Lisa Guiraut als Bauchtänzerin.
1963: Liebesgrüße aus Moskau, hier zeigt die englische Schauspielerin Lisa Guiraut als Zigeunerin verkleidet einen Bauchtanz.
1963: Cleopatra, u. a. mit Elizabeth Taylor als Cleopatra, die nicht selbst tanzt. Bauchtanzszenen sind aber im Film enthalten (siehe Bild).
1965: Help!, in diesem Film der Beatles kommt eine Bauchtanzszene vor.
1966: Khartoum - der Aufstand, u. a. mit Charlton Heston. Lisa Guiraut zeigt einen Bauchtanz.
1979: Das China Syndrom, u. a. mit Jane Fonda, in einer Szene zeigt die amerikanische Tänzerin Delilah aus Seattle einen Bauchtanz.
1983: Octopussy, u. a. mit Roger Moore als James Bond. Hier zeigt eine Gruppe Frauen einen Bauchtanz, um Wärter abzulenken.
1996: From Dusk Till Dawn, der berühmte "Schlangentanz" von Salma Hayek als "Santanico Pandemonium".
1999: Wild Wild West, u. a. mit Will Smith, der sich als Bauchtänzerin verkleidet und vor Kenneth Branagh tanzt.
2001:Roter Satin, ein Film der sich mit der Befreiung der moslemischen Frauen aus traditionellen und gesellschaftlichen Zwängen beschäftigt und diese Entwicklung mit Hilfe des Bauchtanzes verdeutlicht.
2002: Die Königin der Verdammten, die amerikanische Sängerin Aaliyah zeigte hier einen Bauchtanz.
2004: Alexander, u. a. mit Val Kilmer. Hier werden viele Bauchtänze gezeigt, u. a. auch Säbeltanz, Schlangentanz (Angelina Jolie) und Schleiertanz.
2004: Troja, u. a. mit Brad Pitt. Hier werden verschiedene Bauchtänzerinnen gezeigt. Eine Gruppe tanzt zu Beginn des Films in der Halle des Agamemnon.
Organisationen
Seit 1994 gibt es den Bundesverband für orientalischen Tanz, der sich die Pflege und Förderung des Orientalischen Tanzes in Deutschland zum Ziel gesetzt hat.
Literatur
Wendy Buonaventura: Serpent of the Nile: Women and Dance in the Arab World, Interlink Publishing Group, 1998, ISBN 1-5665-6300-3
Karin Van Nieuwkerk: A Trade Like Any Other: Female Singers and Dancers in Egypt, University of Texas Press, 1995, ISBN 0-29278-723-5
Wendy Buonaventura: Bauchtanz, Kunstmann Verlag, 1998, ISBN 3-8889-7106-3
Dietlinde Bedauia Karkutli: Das Bauchtanz-Buch, Rowohlt 2002, ISBN 3-4996-1328-X
Eluan Ghazal: Der heilige Tanz. Orientalischer Tanz und sakrale Erotik, Simon & Leutner, 2005, ISBN 3-92238-995-3
Eluan Ghazal: Schlangenkult und Tempelliebe. Sakrale Erotik in archaischen Gesellschaften, Simon + Leutner, 1995, ISBN 3-92238-963-5
Brygida M. Ochaim, Claudia Balk: Varieté-Tänzerinnen um 1900. Vom Sinnenrausch zur Tanzmoderne, Ausstellung des Deutschen Theatermuseums München 23.10.1998–17.1.1999., Stroemfeld, Frankfurt/M. 1998, ISBN 3-87877-745-0
Stephanie Mattes: Orient im Film. Die Geschichte des Bauchtanzes von seinen Anfängen bis zur Gegenwart, Books on Demand GmbH, 2002, ISBN 3-83113-690-4
weiterführende Literatur
Monika Kaiblinger-Ickert, Ludmilla Schuhbauer: Bauchtanz Harmonie und Sinnlichkeit, Blv Verlagsgesellschaft, 2005, ISBN 3-4051-6799-X
Shakti Morgane: Orientalischer Tanz und Ekstase, Books on Demand GmbH, 2000, ISBN 3-00-003091-3
Rosina-Fawzia Al- Rawi: Der Ruf der Großmutter. Oder die Lehre des wilden Bauches, Promedia, Wien, 1996, ISBN 3-85371-110-3
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