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Europäische Reisende des 18. und 19. Jahrhunderts PDF Drucken E-Mail

Europäische Reisende des 18. und 19. Jahrhunderts

Die ersten in Europa publizierten Reisebeschreibungen, die unter anderem Tänzerinnen, ihre Tänze und Kostüme beschrieben, entstanden zwischen 1712 und dem Beginn des 20. Jahrhunderts. Auch diese Beschreibungen lassen keine genauen und nachvollziehbaren Schlüsse auf die gesehenen Tänze und Tänzerinnen zu. Die Beschreibungen der europäischen Reisenden schwanken zwischen(BauchTanz ) Verwunderung und Erstaunen über die Geschmeidigkeit der Tänzerinnen und Abscheu vor der allzu offen gezeigten Körperlichkeit. Man bedenke hierbei, dass in Europa die Bewegungsfreiheit der Frauen(BauchTanz ) durch ein Korsett abgeschnürt war und eine freie und natürliche Bewegung, wie man sie bei unverschnürten Frauen im Orient sah, als unnatürlich, fast schon unmoralisch empfunden wurde.

Jean-Léon Gérôme (1824 - 1904)

Wichtige Orientreisende, viele davon Frauen, die in ihren Büchern und Reisebeschreibungen Informationen über Orientalischen Tanz hinterließen, waren:(BauchTanz )

  • Lady Mary Wortley Montagu (1689 - 1762)
  • Ida Pfeiffer (1797 - 1858)
  • Gustave Flaubert (1821 - 1880)
  • Isabel Burton (1831 - 1896)
  • Alexandrine Tinné (1839 - 1869)
  • Émile Zola (1840 - 1902)
  • Gertrude Bell (1868 - 1926)
  • Isabelle Eberhardt (1877 - 1904)

Nachdem Napoléon Bonaparte 1798 in Ägypten einmarschierte, wurde das Interesse Europas am Orient, vor allem Ägypten sprichwörtlich entfacht (siehe Die Ägyptische Expedition Napoleons). Die militärische Expedition Napoléons war zwar ein Fehlschlag, jedoch ein wissenschaftlicher Erfolg. In den "L'Inscriptions de L'Egypte", die auf Befehl Napoléons angefertigt wurden, einer umfassenden Aufzeichnung aller in Ägypten vorgefundenen Entdeckungen (von Mumien über Tongefäße bis zu Radierungen ganzer Tempelanlagen), bekam die intellektuelle Elite Europas plötzlich Einsicht in die großartige und völlig unbekannte Kultur und Vorgeschichte Ägyptens.

Im gleichen Zuge wie das Interesse an Ägyptens Geschichte in den intellektuellen Kreisen Europas wuchs, wurde Ägypten ein universeller Inspirationsquell für Künstler, Maler und auch Modeschöpfer. Die damalige Mode des Empire, vor allem an der griechischen Antike orientiert, nahm plötzlich opulente orientalische Elemente auf. Die Roben der Damen wurden nicht mehr aus leichten weißen Stoffen (vor allem Musselin), sondern aus schweren und farbigen Materialien genäht, und der Turban, verziert mit Federn und Perlen, kam in Mode.